Die Geschichte der NZ Burghexen Alttrauchburg e.V. 1994

Wer vom Sonneck aus nordwestlich gegen das Pfarrdorf Kleinweiler blickt, gewahrt auf einem ansehnlichen Bergvorsprung die Ruine Alttrauchburg. Eine Heidenfrau in uralten Tagen diese Burg erbaut und die Bauern der Umgebung zu harter Fronarbeit gezwungen habe. Seit dieser Zeit habe ein Fluch auf dieser Zwingburg gelastet, die erst ihren Schrecken verlor als sie in den Bauernkriegen von den Ausländischen ausgeräuchert wurden. Es gibt kaum eine Allgäuer Burg, um die sich dereinst und auch heute noch so viele Sagen ranken , wie um die Alttrauchburg. Noch um 1800 schreckte man in der Umgebung und bis nach Kempten hinein böse Kinder mit dem “Trochar”, einer Sagengestalt, in der sich alles böse vereinte , wodurch die Trauchburger sich im Laufe der Jahrhunderte unbeliebt und verhasst gemacht hatten. Trochar war der ehebrecherisch gezeugte Sohn jener Heidin gewesen, mit welcher das Schreckensregiment auf der Burg anhob. Alle Versuche ihn zum Christentum zu bekehren, wußte er mit List und Tücke abzuweisen. Einmal habe der Bekehrungsversuch eines Kemptener Fürstabts mit einem regelrechten Zweikampf geendet, der dem Fürstabt das Leben kostete. Ein andermal hatten sich zwei Geistliche als fahrende Küfergesellen verkleidet, die sich erboten, den Weinkeller der Burg in Ordnung bringen zu wollen. Sie gedachten auf diese Weise den bösen Geistern, die Haus und Bewohner regierten, zu Leibe rücken zu können. Von diesem Vorhaben wußte nur noch ein Küferer zu berichten. Als Sie eines Abends hinab in die alten Kellergewölbe steigen wollten, konnten sie beobachten wie Trochar umgeben von einem alten Weib, daß der Geist seiner Mutter war, Dämonen beschwor.

 

“All Ihr Mächte hört mich an,
Steht mir bei, daß ich erwachen kann
etwas ganz besonders sollt ihr sein
eure Gesichter grau wie Burggestein
Zu Kopfe sollt ihr tragen, dunkelblaue Farben
wie einst der Himmel in Jener Nacht,
als die Kapuzenmänner rauben wollten meine Macht.
Gelb und schwarz, für Licht und Schatten,
auf euren Schürzen fortan tragt ihr Ratten.
Kommt nun herbei meine Hexenschar
wo auch immer ihr seid, haltet euch bereit.
Himmelswinde, Mächte der Natur
setzt euch nieder vor mir – auf diesen Parcour.“

 

Trochar hatte die Absicht der beiden durchschaut und die zwei bis auf die Haut von seinem Burgknechten entkleiden lassen, wobei dann bei einem jeden Patres das Kreuz zum Vorschein kam, daß sie auf der Brust trugen. Darüber geriet Trochar in solche Wut, daß er einen auf der Stelle erwürgte. Den anderen aber lies er verbreiten, daß sich fortan jeder von seiner Burg fern halten sollte. Ein jeder der sich der Burg des Trochar nähern sollte würde von seinen Dämonen erfasst und unterliegt seinem fürchterlichen Schwur, auf ewig eine seiner Burghexen zu sein.

Liebe Grüße und ein dreifaches

„Wo isch d`Hex? Auf d`r Burg!“